Sylvensteinsee Rundweg

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Wie ist das mit dem Sylvensteinsee Rundweg?

Immer wieder suchen Leute nach der Beschreibung für den Sylvensteinsee Rundweg. Wenn du auch planst, den Sylvensteinspeicher einmal komplett zu umrunden – so wie man es vom Schliersee, Spitzingsee oder Achensee kennt – muss ich dich leider enttäuschen. Es gibt am Sylvensteinsee schlichtweg keinen durchgehenden Rundweg, der dich einmal um den gesamten See führt. Hier ist die ausführliche Erklärung, warum das so ist und was du stattdessen tun kannst:

Ein See ohne klassischen Uferweg

Im Gegensatz zu natürlichen Seen, die über Jahrtausende gewachsen sind und oft flache Uferzonen mit Wanderwegen haben, ist der Sylvensteinspeicher ein künstlich angelegtes Bauwerk. Als der See in den 1950er Jahren geflutet wurde, stand der praktische Nutzen – der Hochwasserschutz und die Stromerzeugung – im Vordergrund, nicht die touristische Erschließung durch einen Uferpfad. Das führt dazu, dass das Gelände rund um das Wasser oft sehr steil, felsig und unwegsam ist. Wo keine Straße nötig war, wurde schlichtweg auch kein Wanderweg angelegt.

Straße oder Wildnis: Die zwei Seiten des Sees

Dort, wo man theoretisch am Wasser entlangkommt, verläuft direkt die Bundesstraße (B13 oder B307). Es gibt auf diesen Abschnitten keinen separaten Gehweg. Eine Seeumrundung würde also bedeuten, kilometerweit direkt am Rand einer viel befahrenen Straße zu laufen – zwischen Leitplanken und Felswänden. Das macht natürlich keinen Spaß und hat mit einer entspannten Naturwanderung nichts zu tun. Dort, wo keine Straße am See entlangführt, zum Beispiel am südlichen oder östlichen Ufer, regiert die reine Wildnis. Das Ufer ist hier steil und bewaldet, dass es technisch gar nicht möglich ist, direkt am Wasser zu wandern. Es gibt dort keine ausgebauten Pfade, die eine Umrundung ermöglichen würden.

Was du stattdessen tun kannst

Da es keinen klassischen Rundweg um den gesamten See gibt, bieten sich diese Alternativen: Entweder du wanderst in die schattigen Wälder am Ufer oder du steigst auf die Gipfel, um das „Fjord-Panorama“ von oben zu genießen. Die beliebteste Alternative ist die Umrundung des Roßkopfs bei Fall. Da der Roßkopf wie eine Nase in den See ragt, hast du hier das intensivste See-Erlebnis, ohne alpine Höchstleistungen vollbringen zu müssen. Du startest direkt im Ort Fall und wanderst zunächst ein Stück in das stille Dürrachtal hinein. Der Rückweg führt dich dann direkt am südlichen Ufer entlang. Hier spürst du den Charakter des Sees am besten: Das Wasser glitzert zwischen den Fichten hindurch und es gibt immer wieder kleine Pfade, die dich direkt an die Kiesbuchten führen. Es ist die perfekte Tour für einen entspannten Nachmittag, bei der man die Brotzeit direkt am Wasser genießen kann.

Wer den Sylvenstein einmal so sehen möchte, wie er auf den berühmten Postkarten aussieht, muss ein paar Höhenmeter investieren. Eine der lohnendsten Alternativen für Bergwanderer ist der Aufstieg zum Lerchkogel. Während die meisten Touristen unten am Parkplatz bleiben, führt dieser Weg durch urigen Bergwald hinauf zu den Lerchkogel-Almen. Von dort oben hast du einen freien Blick auf die verzweigten Arme des Stausees, die sich wie blaue Adern durch das grüne Karwendelgebirge ziehen. Ähnlich ist das auch oben am Dürrnberg und Demeljoch.

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